Gaspard Dughet (Poussin)
born 1615
passed away on 1675

Art style

Bereits zu Lebzeiten ist Gaspard Dughet, genannt Poussin, Schwager des berühmten Landschaftsmalers Nicolas Poussin, einer der bestbekannten, bedeutendsten und einflussreichsten Künstler des 17. Jahrhunderts, dessen idyllische, allerdings oftmals idealisierte «paysage composé» von Sammlern aus ganz Europa zu hohen Preisen erworben wurden. Seine kaum datierten Werke sind heutzutage in grossen Museen (Louvre in Paris, Ermitage in Sankt Petersburg, Kunsthistorisches Museum Wien, National Gallery London) und in zahlreichen englischen Privatsammlungen zu finden.

About

Im Alter von 16 Jahren beginnt Gaspard Dughet, Sohn des aus Paris stammenden, in Rom lebenden Kochs Jacques Dughet und der Italienerin Dorotea de Scaruffo aus Paliano, mit seiner künstlerischen Ausbildung – sein Lehrer ist Nicolas Poussin (1594-1665), ein herausragender Landschaftsmaler, der 1630 Gaspards Schwester Anne Marie heiratet. In den nächsten vier Jahren, 1631 bis 1635, lebt Gaspard in Poussins Haus in Rom als dessen Schüler. In unmittelbarer Nachbarschaft wohnen weitere, aus dem Norden jenseits der Alpen kommende Künstler wie Claude Lorrain. Poussin fördert den jungen Schwager aufgrund seines hohen künstlerischen Talents. Dazu gehören Studien direkt vor der Natur und zur Darstellung von Figuren. Es verwundert daher nicht, dass Gaspard den Nachnamen seines berühmten Schwagers annimmt und zumindest zu Beginn seinen Malstil adaptiert, so dass seit den späten 1640er Jahren Zeitgenossen von Gaspard Poussin sprechen. Ein weiterer, Dughet inspirierender Künstler ist Claude Lorrain (1600-1682). Er ist seit den 1630er Jahren einer der führenden Landschaftsmaler in Rom, der präzise Naturbeobachtungen mit idealisierten Ansichten in seinen Bildern vermischt. Immer wieder erkundet Lorrain in Ausflügen die nähere Umgebung Roms und fertigt oftmals in Begleitung von Nicolas und Gaspard Poussin Skizzen vor Ort an. Gaspard arbeitet rasch und erfolgreich im Fach Landschaftsmalerei, wie seine späteren Biographen berichten werden (u.a. Lione Pascoli).
So vertieft Gaspard das bei Nicolas erworbene Wissen und wird mit seinen gemalten Ansichten der römischen Campagna, die im Atelier oder als Fresken für römische Paläste entstehen, allmählich als herausragender Landschaftsmaler bekannt. 1635 hält er sich bei einem Gönner in der Nähe von Neapel auf, verbringt danach mehrere Monate auf einem weiteren herzoglichen Landsitz am Trasimenischen See, erholt sich nach einer schweren Krankheit um 1644/45 auf einem Landsitz bei Perugia und kehrt 1646 nach Rom zurück.
Vor allem englische Reisende kaufen seine abwechslungsreich strukturierten Werke, die die ländliche Umgebung der römischen Campagna in lyrischen, idyllisch-idealisierten Szenerien charakterisieren, wobei die Bilder nur selten topografisch identifizierbare Landschaftsausschnitte wiedergeben. Doch Sammler aus ganz Europa wie etwa die Botschafter Frankreichs oder Österreichs erwerben solche «paysage composé», oftmals mit (religiösen oder antikisierenden) Figuren belebt, zu hohen Preisen. Nach seinem Tod 1675 lassen sich zahlreiche Künstler bis ins 18. Jahrhundert hinein durch Werke von Gaspard Poussin zur Nachahmung anregen.

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