Nadja Mayloumjan
born 1930

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Art style

Die Künstlerin verklärt auch in ihren, auf die Farben Weiss und Schwarz ausgerichteten, Ölbildern ihre Themen zu holzschnittartiger Klarheit. Sie lässt immer wieder viel Raum für das verklärende Licht einer südlichen Landschaft. In einzelnen Bildern wird dies auch zum Mittel, um schmerzlich empfundene Kälte und Einsamkeit auszudrücken…

About

Fernab von den „grossen Ereignissen“ im Bereich der darstellenden Künste malte Nadežda Mayloumjan das, was ihre Seele bewegte und stellte es meist nicht in Galerien aus, sondern in öffentlichen Gebäuden. Ungeachtet des Umstands, dass sie mit ihren Bildern nicht in erster Linie zu gefallen suchte, sondern den Betrachter zu bewegen, ihm in abgeklärter, aber engagierter Art in ästhetischer Vollkommenheit das Elend in dieser Welt, das sie in Iran 7 Jahre lang gesehen hat, näher zu bringen. Auch ihre lyrischen Gedichte bergen den goldenen Schlüssel zum Verständnis ihres künstlerischen Werks.
Im Zürcher Tages-Anzeiger stand nach ihrer ersten Ausstellung am 18. November 1968: "Die am Sonntag im Gemeindehaus von Uitikon eröffnete Ausstellung…berührt vor allem durch die innere Problematik. Es geht hier nicht um eine blosse Suche nach formalen Effekten, sondern um die existentielle Bewältigung eines Kontrastes. Die Malerin hat einige Jahre in den persischen Landschaften am Südrand des Kaspischen Meeres verbracht. Orientalische Kulte, eine mit Stolz getragene Armut und eine noch fast intakte patriarchalische Gesellschaft haben sich der Malerin tief eingeprägt."
Und doch sind ihre Bilder keine blossen Erinnerungen. Sie erwuchsen aus dem heftig empfundenen Kontrast zwischen jener archaischen Welt und einer spannungsarmen Wohlstandsgesellschaft. Auf den Bildern treffen wir den Stolz von Frauen, deren Eigenart noch nicht durch den angleichenden Einfluss eines modernen Berufslebens berührt ist, wohl aber kennt die Malerin die neue Stellung der Frau in einer modernen Gesellschaft, und dieses Wissen schärft ihren Blick für die Eigenart einer Welt, die uns entschwunden ist.

Auszüge aus Zeitungsberichten:

Volks-Zeitung Berner Oberland, im November 1967:
"…ein Granatapfel, das Symbol der Fruchtbarkeit und des Todes. Sein leuchtendes Rot bildet den einzigen Farbakzent in diesem schwarz-weissen Bild, das wie ein Leitstern über dem Schaffen von Nadezhda Maylumjan zu stehen scheint. Fruchtbarkeit und Tod, Entstehen und Vergehen, Licht und Schatten, zusammengefasst zu einer Einheit, umspannen ihr Werk. Die scheinbaren Gegensätze lösen sich auf, sie fallen zusammen in einem Symbol und „Aus dieser beiden Kräfte Widerstreben, entspringt in ewig wechselnder Gestaltung, die unbegirffne Form des Seins: das L e b e n !“ wie Friedrich Hebbel 1840 in einem Sonett schrieb. Menschlichem Leben begegnen wir also in dieser Ausstellung, Leben, welches alle Gegensätze in sich trägt und dennoch geschlossen ist, ein Kreis…"

Berner Tagblatt, 22. Juli 1968:
„…durch lange Aufenthalte im Elburs am Südende des Kapischen Meeres zur Perserin assimiliert und durch Heirat mit einem schweizerischen Germanisten Frutigtalerin geworden: Dieses Konglomerat aus verschiedenen Abstammungen, Sprachen und Erfahrungen muss seine eigene Ausdrucksweise finden, wenn alles nicht nur erlebt, sondern in bleibende Werte umgesetzt werden will. Erzählen wollte Nadezhda Mayloumjan, und sie tut es mit Kohle, Pinsel und Stift. Das Epische in ihren Bildern ist so stark wie das Geschichtenerzählen der persischen Beduinen und Kaviarfischer. Den tiefsten Ausdruck der dargestellten Menschen hat die Künstlerin in deren Augen gesetzt: gross und traurig, klein und verschmitzt – je nachdem, wovon ein Bild zu berichten hat. An die vierzig Impressionen aus Persien, Portraits und symbolische Bilder…sind im Sekundarschulhaus in Adelboden ausgestellt…“

Neue Zürcher Nachrichten, 10. Mai 1969:
"…Fast jedes einzelne Bild hat Gewicht, fast jedes zeigt Menschen in einem Augenblick, wo etwas Entscheidendes geschieht. Schicksalsschwere Ereignisse, an denen wir meist achtlos vorbeigehen.
Wir schauen weiter, von Bild zu Bild, und merken gar nicht, wie eine Stunde oder noch mehr verstreicht – und wir waren immer beschäftigt, denn wir haben uns ununterbrochen mit einer fremden Welt auseinandergesetzt – einer Welt, die eigentlich auch die unsere ist."

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